Im Hinblick auf das 1947 in Genf unterzeichnete Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen (GATT) und das 1994 in Marrakesch unterzeichnete Abkommen zur Gründung der Welthandelsorganisation (WTO) (ABl. L 336, 23.12.1994) handeln die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten gemäß Artikel 207 (gemeinsame Handelspolitik) und den Artikeln 217 und 218 (internationale Abkommen) des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (5.2.2). Das GATT 1947 galt zunächst für die Landwirtschaft, war jedoch unvollständig, und die Unterzeichnerstaaten (oder “Vertragsparteien”) schlossen diesen Sektor vom Anwendungsbereich der in der allgemeinen Vereinbarung genannten Grundsätze aus. Im Zeitraum 1947-1994 durften die Mitglieder Ausfuhrsubventionen für landwirtschaftliche Primärerzeugnisse verwenden und unter bestimmten Bedingungen Einfuhrbeschränkungen verhängen, so daß die wichtigsten landwirtschaftlichen Rohstoffe mit Handelshemmnissen in einem in anderen Warensektoren ungewöhnlichen Ausmaß konfrontiert waren. Der Weg zu einem fairen und marktorientierten Agrarhandelssystem war also hart und lang; und die Verhandlungen wurden schließlich während der Uruguay-Runde abgeschlossen. Die Landwirtschaft hat in den WTO-Übereinkommen und in den Vereinbarungen über den Handel (die 1994 unterzeichnet wurden und am 1. Januar 1995 in Kraft traten) einen besonderen Status, da der Sektor ein spezifisches Abkommen hat, das Übereinkommen über die Landwirtschaft, dessen Bestimmungen Vorrang haben. Darüber hinaus betreffen einige Bestimmungen des Übereinkommens über die Anwendung pflanzenschutzhunter Maßnahmen (SPS) auch die landwirtschaftliche Produktion und den Handel. Dasselbe gilt für das Übereinkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigentums (TRIPS) in Bezug auf den Schutz geografischer Bezeichnungen.

Darüber hinaus werden die Bestimmungen des Übereinkommens über die Landwirtschaft durch das Übereinkommen über technische Handelshemmnisse (TBT) sowie durch Mechanismen der technischen Hilfe ergänzt. Die inländischen Stützungssysteme in der Landwirtschaft unterliegen dem 1995 in Kraft getretenen und während der Uruguay-Runde (1986-1994) ausgehandelten Abkommen über die Landwirtschaft. Langfristiges Ziel der AoA ist die Schaffung eines fairen und marktorientierten Agrarhandelssystems und die Einleitung eines Reformprozesses durch die Verhandlungen über Die zusagende Mittelbindungen und Schutzmaßnahmen sowie durch die Festlegung verstärkter und operationeller wirksamerer Regeln und Disziplin. Die Landwirtschaft ist daher etwas Besonderes, weil der Sektor über eine eigene Vereinbarung verfügt, deren Bestimmungen Vorrang haben. Die GAP-Reform von 2003, die den größten Teil der bestehenden Direktbeihilfen entkoppelte, und die anschließenden sektoralen Reformen haben dazu geführt, dass der größte Teil der Unterstützung unter der Bernsteinkiste und der blauen Box in die grüne Box verschoben wurde (61,6 Mrd. EUR 2016/2017, siehe Tabelle unten). Die Beihilfen im Rahmen der “Bernsteinkiste” (AMS, oder Aggregierte Messung der Unterstützung) gingen von 81 Mrd. EUR zu Beginn des Abkommenszeitraums auf 6,9 Mrd. EUR im Zeitraum 2016-2017 stark zurück, selbst mit den aufeinanderfolgenden Erweiterungswellen. Die Europäische Union kommt damit den in Marrakesch eingegangenen Verpflichtungen (72,38 Mrd.

EUR pro Jahr) für das AMS weitgehend nach. Darüber hinaus erreichte die “Blue Box” im gleichen Meldezeitraum 4,6 Mrd. EUR. Die GAP wird auch durch Landzugeständnisse beeinträchtigt, die mehreren multilateralen und bilateralen Abkommen im Rahmen mehrerer multilateraler und bilateraler Abkommen gewährt werden, sowie von einseitigen Ausnahmen, die im Rahmen des Allgemeinen Präferenzsystems (APS) gewährt werden. Diese Präferenzabkommen erklären das hohe Niveau der Agrareinfuhren der Europäischen Union aus Entwicklungsländern (3.2.10, Tabelle VI). Diese Abkommen enthalten ein gewisses Maß an Flexibilität bei der Umsetzung sowohl durch die Entwicklungsländer als auch für die WTO-Mitglieder (besondere und differenzierte Behandlung) und die am wenigsten entwickelten Länder (LDC) und die Netto-Lebensmittelimportierenden Entwicklungsländer (besondere Bestimmungen). Das Landwirtschaftsabkommen zielte darauf ab, den Zugang zu den Märkten zu verbessern, indem gefordert wurde: Der Umfang dieser Kürzung hängt von der Art der Beihilfe ab.